Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Mecklenburg-Vorpommern (ÖGD-Stärkung MV)

Geförderte Projekte auf dem Weg zum digitalen Gesundheitsamt

Projektleitung

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern
Kay Grunenberg
Werderstraße 124
19055 Schwerin
 

Zuschusssumme

6,40 Mio. € (nach Aufstockung)

Projektlaufzeit

01.10.2022 bis 31.03.2026

Motivation

Im Land Mecklenburg-Vorpommern verlief die Digitalisierung des öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) bislang ohne eine übergreifende Digitalisierungsstrategie und ohne klare, koordinierte Zielsetzung. Das Ergebnis: Die digitalen Entwicklungen in den Gesundheitsämtern waren uneinheitlich, viele Einrichtungen verfügten lediglich über wenige systematische Ansätze zur digitalen Transformation. Besonders deutlich traten diese Defizite während der COVID-19-Pandemie zutage. Die mangelnde digitale Ausstattung führte zu spürbaren Mehrbelastungen für die Mitarbeitenden, vorhandene digitale Fachanwendungen wurden oft nicht effektiv genutzt. Gleichzeitig zeigte sich in vielen Bereichen, etwa bei der Beprobung von Trink- und Badewasser oder bei der Meldung von Hospitalisierungen im Zusammenhang mit COVID-19, ein enormes Potenzial für digitale Verbesserungen. Diese Erfahrungen machten deutlich, wie dringend der ÖGD in Mecklenburg-Vorpommern eine landesweit abgestimmte, zukunftsorientierte Digitalisierungsstrategie, einheitliche technische Standards, eine verbesserte digitale Ausstattung und den systematischen Einsatz von neuen Fachanwendungen benötigte.

Ziele und Vorgehen

Ziel der koordinierten Landesmaßnahme ist es daher, bestehende digitale Strukturen zu vertiefen, neue Lösungen zu implementieren und die Handlungsfähigkeit sowie Resilienz des öffentlichen Gesundheitsdienstes langfristig zu stärken. Die Umsetzung erfolgte innerhalb von insgesamt sieben Teilprojekte mit dem Ziel, den digitalen Wandel im ÖGD in Mecklenburg-Vorpommern strukturiert voranbringen. Die verlängerte Projektlaufzeit bis März 2026 bietet die Möglichkeit, auf den bisherigen Maßnahmen aufbauen, die Digitalisierung weiter zu vertiefen und die institutionenübergreifende Zusammenarbeit durch zusätzliche Maßnahmen nachhaltig zu verbessern. Dabei wird auf bereits Erreichtes zurückgegriffen, neue Lösungen werden entwickelt und bestehende Verfahren optimiert. 

Die Module im Überblick:

Modul 1

  • Entwicklung einer landesweit gültigen Digitalisierungsstrategie sowie einer jeweils individuellen Strategie für die Gesundheitsämter.


Modul 2

  • Detaillierte Analyse bestehender Aufgaben und Prozesse als Grundlage für die Digitalisierung.
  • Besonderer Fokus liegt auf der Sicherstellung der Konformität mit FIM-Standards sowie der Erarbeitung einer Prozesslandkarte, um weitere Prozessdigitalisierungen vorzubereiten. Wo immer möglich, sollen einheitliche Standards geschaffen werden.
  • Die Ergebnisse dienen gleichzeitig als Grundlage für den Aufbau eines abgestimmten Prozessmanagements innerhalb der Gesundheitsämter.


Modul 3

  • Schulung der Mitarbeitenden der Gesundheitsämter im Umgang mit bestehender und neuer Fachsoftware.


Modul 4

  • Aufgrund geänderter Anforderungen entfallen.


Modul 5

  • Zentrale Erfassung der Prozesse zur Trink- und Badewasserbeprobung sowie zur Verarbeitung weiterer Proben im Bereich der Infektiologie bis hin zur sicheren Übermittlung des jeweiligen Befundes und sonstiger relevanter Daten an die Einsenderinnen und Einsender über ein Portal.
  • Eine ursprünglich geplante App wird durch dieses Portal ersetzt. Zudem ist hier die Anbindung an die Telematikinfrastruktur vorgesehen.


Modul 6

  • Einführung von Smartimer 360 zur Verwaltung von Patientendaten in Echtzeit und Vergabe von Impfterminen (bereits abgeschlossen).


Modul 7

  • Verkürzte, digitalisierte Meldewege bei den frühkindlichen U-Untersuchungen zur Verbesserung der Datenqualität und Nachverfolgung.
  • Ziel ist ein volldigitaler Meldeweg sowie eine hochinteroperable Kommunikationsebene und Datenstruktur.

Perspektiven

Mit der Entwicklung einer landesweit einheitlichen Digitalisierungsstrategie wird ein Fundament gelegt, auf dem Digitalisierungsmaßnahmen sowie zukünftige Weiterentwicklungen effizient und koordiniert aufbauen können. Die Einführung interoperabler Softwarelösungen und Schnittstellen trägt entscheidend zur Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) bei. Die Digitalisierungsmaßnahmen dienen dazu, den personellen Aufwand deutlich zu reduzieren und die Fehleranfälligkeit der Prozesse zu senken.

Ein weiteres zentrales Element der Nachhaltigkeit ist die Entwicklung eines strukturierten Schulungskonzepts, das regelmäßig wiederkehrende Fortbildungen vorsieht und damit eine langfristige Qualifizierung der Mitarbeitenden sicherstellt. Auch nach Ende der Projektlaufzeit sollen so die digitalen Kompetenzen kontinuierlich ausgebaut werden. Die geschaffene Digitalisierungsstrategie wird beständig weiterentwickelt und fortgeschrieben. Sie dient als Richtschnur für die eigenen Digitalisierungskonzepte und -bemühungen der Gesundheitsämter.


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