Digitalisierung des Gesundheitsreferates der Landeshauptstadt München (DiGeM)

Geförderte Projekte auf dem Weg zum digitalen Gesundheitsamt

Projektleitung

Landeshauptstadt München, Gesundheitsreferat
Gabriel Bücherl
Bayerstraße 28a
80335 München

Zuschusssumme

7,5 Mio. €

Projektlaufzeit

01.07.2022 bis 31.12.2024

Motivation

Das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt München ist mit der Verantwortung für 1,6 Millionen Menschen das größte kommunale Gesundheitsamt in Deutschland. Da viele der Aufgaben ohne digitale Hilfe nicht mehr zu bewältigen sind, hat die Digitalisierung des öffentlichen Gesundheitsdienstes dort bereits eine lange Tradition.

Um auch künftig der Fülle der Herausforderungen gerecht zu werden, hat das Gesundheitsamt München das Modellprojekt „DiGeM“ initiiert. Ziel des Projekts war es, bereits etablierte digitale Lösungen weiterzuentwickeln sowie neue Digitalisierungsprozesse umzusetzen und damit die Digitalisierung im Gesundheitsamt weiter voranzutreiben. Das Projekt bündelte eine Vielzahl von Zielen und zugehörigen Maßnahmen, die die digitale Reife des Gesundheitsamtes der Landeshauptstadt München über verschiedene Anwendungsfälle hinweg verbessern und zudem auf die gesamtstädtischen Digitalisierungsziele einzahlen sollten. 

Ziele und Vorgehen

Ein wichtiger Aspekt war zunächst die regelmäßige Evaluation und Fortschreibung der Digitalisierungsstrategie sowie die Intensivierung des Austauschs mit anderen großstädtischen Gesundheitsämtern. Dazu haben die Verantwortlichen Gesundheit als Handlungsfeld in der gesamtstädtischen Digitalisierungsstrategie verankert und DiGeM als strategisches Maßnahmenbündel integriert. Sie tauschten sich zudem regelmäßig mit den städtischen IT-Strateginnen und -Strategien, dem Chief Digital Officer und den Digitalisierungsmanagerinnen und -managern der anderen Fachreferate aus.

Auch die Sensibilisierung von Führungskräften zu verschiedenen Digitalisierungsthemen sowie die Bereitstellung unterschiedlicher Bildungsangebote zu digitalen Kompetenzen für alle Mitarbeitenden des Gesundheitsreferates waren Teil des Projekts. 

Ein weiteres zentrales Ziel des Projekts war die Verbesserung der Bürgerinnen- und Bürgerzentrierung. Hierzu stellten die Verantwortlichen vermehrt Online-Formulare in verschiedenen Sprachen bereit, bauten die Online-Terminvergabe aus und schafften die Möglichkeit zum Einsatz von remote Livedolmetscherinnen und -dolmetschern. Sofern notwendig versahen sie Formulare und Online-Anwendungen mit einer Möglichkeit zur sicheren Authentifizierung. 

Durch die Fördermittel war es zudem möglich, Arbeitsplätze mit modernen Kommunikationslösungen auszustatten, Flächen und Arbeitsplätze für kollaboratives Arbeiten und Remote-Zusammenarbeit einzurichten sowie Desksharing und flexibles Arbeiten anzubieten. Das IT-Referat konnte IT-Sicherheitsaufgaben zentralisieren und professionalisieren und zudem die Absicherung der IT-Systeme bei Ausfällen verbessern. Durch Maßnahmen wie der Einführung der E-Akte, der Digitalisierung von Altakten, der Erweiterung der DEMIS-Funktionalität und der Anbindung externer Meldeportale steigerten die Verantwortlichen außerdem die Zusammenarbeit innerhalb des ÖGD und die Interoperabilität.

Perspektiven

Aufgrund der ambitionierten Zielsetzung, der Größe der Organisation und der Aufgabenteilung im städtischen Kontext war die Umsetzung des Projekts besonders komplex. So musste das Gesundheitsreferat zum Beispiel eine enge Abstimmung aller Geschäftsbereiche des Hauses realisieren und die Zusammenarbeit mit dem IT-Referat der Stadt und dem Eigenbetrieb it@M sicherstellen.

Trotz dieser Umstände führte das Projekt zu signifikanten Reifegradzuwächsen des Gesundheitsreferats in mehreren Dimensionen des Reifegradmodells. Die entwickelten Lösungen sind vollständig in die regulären Prozesse und die bestehende Anwendungslandschaft integriert, werden entsprechend nachgenutzt und bedarfsgerecht weiterentwickelt. Teile der Ergebnisse können bei Bedarf auch von anderen Akteurinnen und Akteuren übernommen oder bei eigenen Projekten berücksichtigt werden. Dafür sorgt der enge Austausch insbesondere mit anderen Großstadt-Gesundheitsämtern, aber auch mit den bayerischen Gesundheitsämtern, den Landesstellen sowie den kommunalen Spitzenverbänden.

Damit stellt das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung bestehender und Ergänzung neuer digitaler Lösungen im Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt München dar. Es hat zudem wichtige Impulse im Geschäftsprozessmanagement ermöglicht und die interne und externe Vernetzung zu Digitalisierungsthemen im öffentlichen Gesundheitsdienst im Allgemeinen gefördert. 

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