Bundesweit einheitlicher digitaler Datenaustausch zur Trinkwasserhygiene (SHAPTH)

Geförderte Projekte auf dem Weg zum digitalen Gesundheitsamt

Projektleitung

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
Dr. Patrick Dudler
Eggenreuther Weg 43
91058 Erlangen

Zuschusssumme

10,5 Mio. €

Projektlaufzeit

01.10.2022 bis 31.08.2026

Projektbeteiligte

alle 16 Bundesländer

Motivation

Mit gesetzlich vorgeschriebenen und zusätzlich veranlassten Untersuchungen des Trinkwassers sowie dem Berichtswesen zur Trinkwasserqualität sind in Deutschland eine Vielzahl von Institutionen befasst. Neben Laboren und Gesundheitsämtern sind auch Landes- und Bundesbehörden beteiligt. Der Datenaustausch zwischen den Einrichtungen ist je nach Land, Gesundheitsamt oder Labor aber sehr unterschiedlich. Dies macht den Austausch potenziell fehleranfällig. So müssen Datenformate übersetzt oder Daten teilweise mit hohem Aufwand übertragen und eingepflegt werden. Zusätzlich unterliegen Berichtsformate oder andere Vorgaben regelmäßigen Änderungen durch die Europäische Union und den Bund. Daraufhin müssen Vorlagen und digitale Schnittstellen jeweils angepasst werden.


Ziele und Vorgehen

Die Digitalisierungsmaßnahme „Schnittstellenharmonisierung und Austauschplattform Trinkwasserhygiene“ (SHAPTH) verfolgt das Ziel, den Datenaustausch im Bereich der Trinkwasserhygiene durch einen einheitlichen Datenstandard und eine zentrale Austauschplattform zu harmonisieren, um die Prozesse in der Trinkwasserüberwachung effizienter, sicherer und zuverlässiger zu gestalten. An dieser Ein-Land-für-Alle-Maßnahme (ELFA) sind alle 16 Bundesländer beteiligt. Die zukünftige Datenaustauschplattform soll für alle beteiligten Akteurinnen und Akteure in den Tätigkeitsbereichen Untersuchung, Versorgung, Überwachung und Berichterstattung zum Thema Trinkwasser bundesweit nutzbar sein. Dafür wurden ein IT-Sicherheitskonzept sowie ein Datenschutzkonzept entwickelt. So sollen mit dem Projekt Verbesserungen in den Reifegraddimensionen „Prozessdigitalisierung“, „IT-Bereitstellung“, „IT-Sicherheit“, „Zusammenarbeit“ sowie „Software, Daten und Interoperabilität“ erreicht werden.

Die Entwicklung erfolgt in enger Abstimmung mit einem Expertengremium aus Gesundheitsämtern, Laboren, Wasserversorgern und Softwareherstellern. So konnte eine hohe Praxistauglichkeit von Anfang an sichergestellt werden.

Aktuelles

Nach erfolgreichem Abschluss der Standardisierungs- und Entwicklungsphase und der erfolgten Anbindung auf Ebene der Landesbehörden stehen der „SHAPTH/XWasser“-Datenstandard sowie die SHAPTH-Datenaustauschplattform für die Produktivnutzung bereit. Ab sofort können sich die beteiligten Gesundheitsämter, Labore und Wasserversorger auf der Plattform registrieren und die operative Nutzung vorbereiten. 

Neben dem Registrierungsstart rückt insbesondere die kontinuierliche Anbindung bestehender Fachverfahren in den Fokus. Erste Länder planen den Rollout neuer, SHAPTH-fähiger Fachanwendungen bereits im zweiten Quartal 2026. Weitere private Software-Hersteller werden durch das Projektteam technisch unterstützt, damit sie SHAPTH nahtlos in ihre Anwendungen integrieren können. 

Parallel hierzu erfolgen bis August 2026 weitere Arbeiten, die eine bestmögliche Nutzung der neuen Datenaustauschplattform sicherstellen sollen. Hierzu zählt neben weiteren Optimierungen der Nutzerfreundlichkeit insbesondere die Schaffung bundeseinheitlicher Register für bspw. Anlagen nach TrinkwV mit zugehörigen Objekten und Probennahmestellen. Weiterhin bereiten die beteiligten Bundesländer die flächendeckende Etablierung/Umsetzung des neuen Datenstandards durch klare Zeitpläne mit dem Ziel vor. SHAPTH/XWasser als verpflichtenden Übermittlungsstandard für Trinkwasseranalysedaten einzuführen. Damit wird für alle Akteure die notwendige Planungssicherheit geschaffen, um Prozesse und Systeme rechtzeitig anzupassen. Die Bundesländer beabsichtigen die verbindliche Standard-Einführung spätestens zum 1. Januar 2027.

Perspektiven

Das Projekt SHAPTH ist auf einem sehr guten Weg, den Datenaustausch in der Trinkwasserhygiene durch einheitliche Standards und eine zentrale Austauschplattform grundlegend zu digitalisieren und zu modernisieren. Der Go-Live hat bereits begonnen. Dadurch wird der Datenaustausch deutlich einfacher, sicherer, verlässlicher und effizienter. Davon profitieren nicht nur der Öffentlichen Gesundheitsdienst, sondern ebenso die beteiligten Wasserversorger und Labore in Deutschland. Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg bleibt jedoch die weiterhin starke Unterstützung durch alle öffentlichen und privatwirtschaftlichen Stakeholder sowie die frühzeitige und konsequente Umsetzung seitens der beteiligten Softwarehersteller.

Weitere Informationen über das Projekt: https://shapth.info/


Weitere geförderte Projekte

Einheitliche Wasser-Fachanwendung (WAFA) für Bayern und Thüringen

Ziel des Projekts „Wasser-Fachanwendung“ ist eine einheitliche, digitale Fachanwendung im Bereich Wasserhygiene in den bayerischen und thüringischen Gesundheitsämtern.

Mehr erfahren

Schnittstellendefinition und Standardisierung für den Datenverkehr im ÖGD

Um Software-Anwendungen im ÖGD besser verknüpfen zu können, werden die Anforderungen an gemeinsame Schnittstellen spezifiziert und Standards definiert.

Mehr erfahren