Im Zuge des Förderprogramms zur Steigerung des digitalen Reifegrads im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) fördert das Bundesgesundheitsministerium seit dem Jahr 2022 die verstärkte Digitalisierung in den ÖGD-Institutionen vor Ort. Auf dieser Website finden Sie Informationen zum Förderprogramm sowie eine Liste der geförderten Projekte und einzelne Projektvorstellungen.

2022

Erfolgreiches Förderprogramm bringt Digitalisierungsschub im Öffentlichen Gesundheitsdienst

Die Corona-Pandemie brachte Anfang der 2020er-Jahre weltweit viele Herausforderungen für Menschen und Institutionen mit sich. In Deutschland war dies unter anderem der Digitalisierungsstand im Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Die Corona-Pandemie rückt die digitale Reife in den Mittelpunkt

Ab dem Jahr 2020 hat sich gezeigt, wie wichtig der ÖGD für die Menschen in Deutschland ist und dass er einen Digitalisierungsanschub braucht. Kern des ÖGD sind neben Institutionen auf Bundes- und Länderebene vor allem die rund 380 kommunalen Gesundheitsämter. Dort kümmern sich die Mitarbeitenden vor Ort um vielfältige Themen wie etwa Infektionsschutz, Gesundheitsberichterstattung, Amtsärztliche sowie Kinder- und Jugendärztliche Dienste oder auch die Trinkwassersicherheit. Und gerade bei diesen vielfältigen Aufgaben – allen voran der Infektionsschutz und ab 2020 die Pandemiebekämpfung – profitieren die Mitarbeitenden von digital gedachten und neu umgesetzten Prozessen.

Bund und Länder beschließen Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Auf dem Weg zum Digitalen Gesundheitsamt haben Bund und Länder am 29. September 2020 den „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ beschlossen. Von 2021 bis zum Jahr 2026 stellte der Bund insgesamt 4 Milliarden Euro zur Verfügung. Zur Stärkung der Digitalisierung im Bereich des ÖGD stehen insgesamt bis zu 800 Millionen Euro zur Verfügung. Finanziert wird dies mit Mitteln der Europäischen Union aus dem Programm „NextGenerationEU“.

Finanziert von der Europäischen Union

Passgenaue Förderung für die gemessenen Herausforderungen vor Ort

Um das Geld an die richtigen Stellen zu lenken, konzipierte das Bundesministerium für Gesundheit das Förderprogramm Digitalisierung. Kern des Förderprogramms ist vor allem der Modellcharakter der Förderprojekte sowie die Nachahmbarkeit. Denn ein Gesundheitsamt gleicht nicht dem Nächsten. So wie sich Kommunalstrukturen unterscheiden, sind auch die Digitalisierungsherausforderungen vor Ort unterschiedlich. Daher wurden unterschiedliche Modellvorhaben gefördert, an denen sich andere Projekte auch künftig noch orientieren und von deren Ergebnissen profitieren können.

Gleichzeitig wurden Maßnahmen auch auf Länderebene umgesetzt, etwa durch Landesmaßnahmen und sogenannte ELFA-Projekte („Ein-Land-für-Alle“) um eine flächendeckende Wirkung zu erzielen.

Die Grundlage des Förderprogramms bildet eine wissenschaftliche Datengrundlage, die durch das eigens entwickelte Reifegradmodell geschaffen wurde. Dieses Modell ermöglicht es, den Stand der Digitalisierung in den teilnehmenden Gesundheitsämtern jährlich zu erfassen und lieferte zugleich eine fundierte Basis für die Beantragung individueller Fördermittel. Zudem können auf diese Weise Projektfortschritt und Programmfortschritt kontinuierlich gemessen werden.

Das Reifegradmodell umfasst acht Dimensionen:

1. Digitalisierungsstrategie
2. Mitarbeitende
3. Prozessdigitalisierung
4. IT-Bereitstellung
5. IT-Sicherheit
6. Bürger*innenzentrierung
7. Zusammenarbeit
8. Software, Daten und Interoperabilität.

Das Team des wissenschaftlichen Begleitprojekts (EvalDiGe) erhebt diese Daten jährlich und informiert über den Stand der digitalen Reife in Zwischenberichten.

Darstellung der acht Dimensionen des Reifegradmodells
Das eigens entwickelte Modell ordnet die Digitalisierungsherausforderungen in acht Reifegraddimensionen ein.

Zahlen zum ersten Förderaufruf

220 Modellprojekte
30 Ländermaßnahmen
10 "Ein-Land-für-alle"-Maßnahmen

Erster Förderaufruf

Gefördert wurden die Vorhaben mit drei verschiedenen Förderarten. Darunter sind die bereits genannten Modellprojekte, mit denen die Gesundheitsämter Herausforderungen vor Ort angegangen sind. Die daraus entstandenen Ergebnisse sind Vorbild für eine spätere Nachahmung. Hinzu kamen geförderte Maßnahmen auf Ebene einzelner Länder, die Bundeslandspezifische Ergebnisse für die Gesundheitsämter erarbeiteten. Das Spektrum komplett macht die Förderart „ELFA“, sogenannte „Ein Land für alle“-Maßnahmen, in denen mehrere oder alle Bundesländer gemeinsam an einer Problemstellung arbeiteten.

Das Interesse war bereits im ersten Förderaufruf groß. 222 Modellprojekte und 40 Ländermaßnahmen wurden bewilligt – zehn davon länderübergreifend. Ein Team aus dem Bundesgesundheitsministerium, dem Projektträger VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, KPMG und der Kreditanstalt für Wiederaufbau bearbeitete daraufhin alle Förderanträge. In den bewilligten Projekten wurden in den kommenden Jahren Themen bearbeitet wie ein bundesweit einheitlicher, digitaler Datenaustausch zur Trinkwasserhygiene, das Erarbeiten von Digitalisierungskonzepten für Gesundheitsämter oder die Vereinheitlichung der genutzten Software.

Professor Torsten Eymann, Leiter der wissenschaftlichen Begleitung, informierte im Dezember 2022 über die ersten Erkenntnisse der Reifegradmessung.

Ausgewählte Projekte

Bundesweit einheitlicher digitaler Datenaustausch zur Trinkwasserhygiene

Bundesweit einheitlicher digitaler Datenaustausch zur Trinkwasserhygiene

Die Trinkwasserqualität in Deutschland wird durch verschiedene Institutionen sichergestellt. Hierfür wird ein harmonisiertes digitales Austauschformat entwickelt.

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Schnittstellendefinition und Standardisierung für den Datenverkehr im ÖGD (INTEROPERABEL)

Schnittstellendefinition und Standardisierung für den Datenverkehr im ÖGD (INTEROPERABEL)

Um Software-Anwendungen im ÖGD besser verknüpfen zu können, werden die Anforderungen an gemeinsame Schnittstellen spezifiziert und Standards definiert.

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Analoges Gesundheitsamt wird digital zu den Akten gelegt

Analoges Gesundheitsamt wird digital zu den Akten gelegt

Mithilfe einer eigenen Digitalisierungsstrategie wird das Gesundheitsamt zugänglicher für die Bürgerinnen und Bürger.

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Einheitliche Software für die hessischen Gesundheitsämter

Einheitliche Software für die hessischen Gesundheitsämter

Die Softwareausstattung der hessischen Gesundheitsämter soll grundlegend modernisiert werden. Darüber hinaus sollen über standardisierte Schnittstellen bessere Anbindungsvoraussetzungen an weitere Anwendungen geschaffen…

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Digitalisierungsstrategie für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Brandenburg

Digitalisierungsstrategie für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Brandenburg

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in Brandenburg soll verbessert und eine medienbruchfreie IT-Landschaft geschaffen werden, welche die Mitarbeitenden unterstützt und der Bevölkerung den Zugang zur Verwaltung…

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2023

Das Förderprogramm geht in die zweite Runde

Nach dem erfolgreichen Start ging das Förderprogramm 2023 in die zweite Runde. Bis zum Mai konnten erneut ÖGD-Institutionen Projektideen einreichen, die einen Beitrag dazu leisten, den Digitalisierungsgrad der Einrichtungen noch weiter zu steigern. Zudem stand die Vernetzung auf regionaler oder überregionaler Ebene im Fokus dieses Förderaufrufes. Nachdem es im ersten Förderaufruf bereits ein Verbundprojekt gab, bei dem mehrere Gesundheitsämter ein Projekt im Verbund eingereicht hatten, arbeiteten im zweiten Förderaufruf sogar fünf Verbundvorhaben mit insgesamt 24 Gesundheits-, Landkreis- und  Landratsämtern zusammen.

Zahlen zum zweiten Förderaufruf

42 Modellprojekte
24 Landesmaßnahmen
4 "Ein Land für alle"-Maßnahmen

Der digitale Reifegrad steigt langsam aber stetig

Mehr Zahlen rund um den ÖGD hält der zweite Zwischenbericht zur Reifegradmessung bereit. Auch bedingt durch unterschiedliche Strukturen in den Bundesländern und Kommunen zeigte sich, dass der Digitalisierungsgrad zwischen den Gesundheitsämtern noch sehr unterschiedlich war. Dennoch wurden leichte Verbesserungen im digitalen Reifegrad schon in diesem Jahr sichtbar. Fortschritte machten die Einrichtungen vor allem auf Ebene der IT-Infrastruktur sowie einzelner Fachanwendungen. Viel Arbeit steckte jedoch noch in den Themen medienbruchfreie und integrierte Systeme, der damit verbundene Datenaustausch, also Standardisierung im Allgemeinen und Interoperabilität zwischen verschiedenen ÖGD-Softwareanwendungen im Speziellen.

Mehr zum Reifegradmodell

Eine Hand überbrückt mit einem Baustein eine Lücke.

Geprüfte und empfohlene Software-Anwendungen für den ÖGD

Ein Ergebnis der Förderung ist das Projektbüro Digitale Tools an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) in Düsseldorf. Dort bewertet das Team mithilfe seiner Experten-Beiräte die Eignung digitaler Anwendungen für den ÖGD. Ziel der empfohlenen Anwendungen ist es, die Gesundheitsämter beim Bewältigen von alltäglichen Routineaufgaben zu entlasten.

Logo mit der Aufschrift "PDT Projektbüro Digitale Tools"

Alle bisher zertifizierten Anwendungen sind auf der Website des Projektbüros zu finden: www.p-dt.org. Das Video zeigt, wie der mehrstufige Prüfprozess genau abläuft – basierend auf Aspekten wie Usability, Mehrwert, Barrierefreiheit, IT-Schutz, Interoperabilität, Skalierbarkeit und Einhaltung von ISO-Standards. 

Ausgewählte Projekte

Einheitliche Digitalplattform für die Thüringer Gesundheitsämter

Einheitliche Digitalplattform für die Thüringer Gesundheitsämter

Durch die Plattform „eGesundheitsamt“ soll der Öffentliche Gesundheitsdienst in Thüringen bürgernah und effizient gestaltet werden.

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Das digitale Gesundheitsamt im Landkreis Lüneburg

Das digitale Gesundheitsamt im Landkreis Lüneburg

Neue digitale Angebote für die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Lüneburg und eine enge Einbeziehung der Mitarbeitenden sind wesentliche Säulen von DIGITALIS.

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Einheitliche Wasser-Fachanwendung für Bayern und Thüringen

Einheitliche Wasser-Fachanwendung für Bayern und Thüringen

Ziel des Projekts „Wasser-Fachanwendung“ ist eine einheitliche, digitale Fachanwendung im Bereich Wasserhygiene in den bayerischen und thüringischen Gesundheitsämtern.

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 Das digitale Gesundheitsamt in Sachsen

Das digitale Gesundheitsamt in Sachsen

Die Maßnahmen der Digitalisierungsstrategie im Land Sachsen sollen perspektivisch Fachanwendungen vereinheitlichen und die fachliche und technische Kommunikation zwischen den Akteurinnen und Akteuren des sächsischen ÖGD…

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 Aufbau des Competence Centers Gesundheit im Gesundheitsamt Köln

Aufbau des Competence Centers Gesundheit im Gesundheitsamt Köln

Mit digitalisierten Prozessen und modernisierten IT-Systemen wird der Öffentliche Gesundheitsdienst in der Rheinmetropole zukunftsfest aufgestellt.

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2024

Interoperabilität im Fokus

Im dritten und letzten Förderaufruf konnten bis zum Frühjahr 2024 erneut Projektideen eingereicht werden. Das übergeordnete Ziel dabei: Die Antragstellenden sollen mithilfe der Projektförderungen in allen Dimensionen mindestens einen Reifegrad der Stufe 3 erreichen. Dazu konnten im dritten Förderaufruf prozessuale oder auch technische Maßnahmen beantragt werden. Neu im letzten Förderaufruf waren zudem die Kooperationsprojekte zur IT-Zielarchitektur, an denen sich ein Bundesland gemeinsam mit einem oder zwei Gesundheitsämtern in Form eines Verbundes beteiligen konnten. Ziel war es hierbei, dabei zu helfen, die künftige, digitale Plattform für den ÖGD nutzer- und bedarfsgerecht zu entwickeln.

Illustration: Zahnräder, Tablet und Computerbildschirm

Zahlen zum dritten Förderaufruf

154 Modellprojekte
3 Landesmaßnahmen
15 Kooperationsverbünde

Start einer digitalen Bibliothek für den ÖGD

Als Teil eines geförderten Projekts an der AÖGW ging die digitale Johann-Peter-Frank-Bibliothek an den Start. Das Angebot richtet sich an ÖGD-Mitarbeitende, die dort rund um die Uhr über 100 deutsche und internationale Zeitschriften sowie E-Books und Open-Access-Publikationen für den ÖGD nutzen können.

Um das Angebot über die ÖGD-Paktlaufzeit hinaus betreiben zu können, setzt die AÖGW künftig auf Abonnements. Alle Details zur digitalen Johann-Peter-Frank-Bibliothek, zu den Kosten für Abonnements und die Möglichkeit, sich über einen Gastzugang einen Eindruck vom Angebot zu verschaffen, bietet die Internetseite der AÖGW.

Johann-Peter-Frank-Bibliothek

Eine große Bibliothek. Im Vordergrund liegt ein aufgeschlagenes Buch. Über dem Buch sind die Zahlen 1 und 0 vielfach illustriert zu sehen.

Neue Zahlen rund um die digitale Reife im ÖGD

Im dritten Zwischenbericht zog das Team der wissenschaftlichen Begleitung eine erfreulich positive Zwischenbilanz des Förderprogramms. Im Bericht zeigten sich nachweisbare Fortschritte in den Dimensionen Digitalisierungsstrategie, IT-Bereitstellung und Zusammenarbeit. Zugleich machten die Ergebnisse aber auch deutlich, dass weiterhin erhebliche Herausforderungen insbesondere in den Dimensionen Prozessdigitalisierung und IT-Sicherheit bestanden.

Eine Hand stapelt Würfel mit nach oben zeigenden Pfeilen aufeinander.

Gemeinsam mehr erreichen: ÖGD Summit 2024

Im April 2024 kamen rund 160 Teilnehmende in Berlin zusammen, um sich über die digitale Zukunft des ÖGD auszutauschen. In verschiedenen Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden fand ein reger Wissensaustausch statt. Während des Summits wurde deutlich, dass bundesweit im ÖGD viele ähnliche Probleme bestehen, und es daher wichtig ist, gemeinsam Lösungen zu erarbeiten bzw. bereits vorhandene Lösungen zu kennen und zu nutzen. Vor Ort diskutierten die Teilnehmenden lebhaft und knüpften wertvolle Kontakte.

Viele Menschen sitzen in einem Saal und hören einen Vortrag.

Ausgewählte Projekte

Digitales Gesundheitsamt 2025 in den Hamburger Einrichtungen des ÖGD

Digitales Gesundheitsamt 2025 in den Hamburger Einrichtungen des ÖGD

Der Hamburger ÖGD wird zukunftsfähig durch Vernetzung der Einrichtungen und umfangreiche Digitalisierungsmaßnahmen.

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Niedersächsische ÖGD-Plattform zur Berichterstattung und Datenübermittlung

Niedersächsische ÖGD-Plattform zur Berichterstattung und Datenübermittlung

Das niedersächsische Landesgesundheitsamt entwickelt eine einheitliche Plattform, um die Datenverfügbarkeit und Vernetzung im Infektionsschutz in Niedersachsen zu verbessern.

Zur Projektvorstellung
 Einheitliche EDV-Plattform für den ÖGD in Rheinland-Pfalz

Einheitliche EDV-Plattform für den ÖGD in Rheinland-Pfalz

Eine einheitliche EDV-Plattform vernetzt den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Rheinland-Pfalz und entlastet die Mitarbeitenden.

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 Digitalisierung im Gesundheitsamt des Landkreises Wittenberg

Digitalisierung im Gesundheitsamt des Landkreises Wittenberg

Mit „ÖGD digital“ verfolgt der Landkreis Wittenberg das Ziel, die Verwaltungsprozesse im Gesundheitsamt mithilfe digitaler Technologien zu modernisieren.

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Digitalisierung 4.0 des saarländischen ÖGD

Digitalisierung 4.0 des saarländischen ÖGD

Das Projekt 4.0 des saarländischen ÖGD stärkt durch Digitalisierung und Vernetzung die Zusammenarbeit der Gesundheitsämter.

Zur Projektvorstellung

2025

EMIGA – Modernisierung des Infektionsschutzes

Um Meldungen zum Infektionsgeschehen schneller und vollständig zu erfassen, wird die Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) bundesweit digitalisiert. Mit dem Elektronischen Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter (EMIGA) wird die Arbeit im Infektionsschutz modernisiert. Perspektivisch soll EMIGA eine gemeinsame Bearbeitung von Ausbruchsgeschehen ermöglichen.

Logo mit der Aufschrift "EMIGA - Elektronisches Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter"

Impulse für die Digitalisierung des ÖGD: Whitepapers zu Low-Code und Open-Source

Wie können Gesundheitsämter digitale Lösungen schneller, flexibler und unabhängiger gestalten? Dazu veröffentlichte die Unterarbeitsgruppe Digitalisierung der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden zwei Whitepapers. Diese geben wertvolle Hinweise und praxisnahe Einblicke in den Einsatz von Low-Code-Plattformen und Open-Source-Software im ÖGD.

Low-Code-Plattformen & Open-Source-Software

Zwei Händen bedienen einen Laptop-Computer.

Reifegradmessung zeigt Fortschritte insbesondere bei Digitalisierungsstrategien und Prozessen

In der Erhebungswelle 2024 zeigte sich, dass die Digitalisierung der Gesundheitsämter wesentlich voranschreitet: Mehr als 90 Prozent der teilnehmenden Institutionen erreichten Stufe 1 oder höher. Die Messwerte beim Thema Digitalisierungsstrategie stiegen kontinuierlich an. Ein wichtiger Indikator für die angestoßene digitale Transformation im ÖGD. Auch beim Thema Prozessdigitalisierung zeigte sich ein deutlicher Aufwärtstrend in den Gesundheitsämtern.

In den Dimensionen Digitalstrategie, IT-Bereitstellung, IT-Sicherheit sowie Daten & Interoperabilität erreichten erste Gesundheitsämter sogar die höchste Stufe im ÖGD-Reifegradmodell. Zugleich zeigte die Erhebung auch die Themen, an denen weiterhin stark gearbeitet wird: Prozessdigitalisierung und Daten-Integration/Interoperabilität.

Eine Grafik mit mehreren Balken zeigt die Anzahl der Gesundheitsämter je Reifegradstufe
Anzahl der Gesundheitsämter je Reifegradstufe in der jeweiligen Dimension für die Jahre 2021 bis 2024.

2026

Programmabschluss und ganzheitliche Erfolgsbewertung: Evaluation des Förderprogramms Digitalisierung

Endspurt im Förderprogramm: Im vierten und letzten Jahr laufen noch über 250 Projekte, die im Frühjahr und Spätsommer 2026 enden. In ganz Deutschland wird bis dahin intensiv daran gearbeitet, neue Lösungen zu realisieren, Ergebnisse zu verstetigen und Wissen zu dokumentieren. Immer mit dem Ziel, den ÖGD digitaler und effizienter zu machen.

Innerhalb des Förderprogramms wird der digitale Reifegrad der ÖGD-Institutionen zum 31. August 2026 zum letzten Mal gemessen. Hier wird sich zeigen, ob die bisher verzeichneten Erfolge in den vielen ÖGD-Einrichtungen verstetigt oder sogar gesteigert werden konnten – stets verbunden mit dem Zielbild eines digital gestärkten und pandemieresilienten Gesundheitsdienstes.

Zudem evaluiert ein interdisziplinäres, wissenschaftlich arbeitendes Projektteam (Prognos AG, Fraunhofer IESE, Roland Berger GmbH) bis zum Ende des Jahres 2026 das Förderprogramm Digitalisierung im Rahmen des Pakts für den ÖGD umfassend.
 

Ein Mensch an einem Computer. Eine Hand tippt, die andere schreibt etwas auf ein Blatt Papier.

Im Mittelpunkt steht eine ganzheitliche Erfolgsbewertung des Förderprogramms, um 

  • die Zielerreichung, Effizienz und Wirkung systematisch zu bewerten,
  • die Gesamtprozesse zu analysieren und Beispiele guter Praxis zu identifizieren, und
  • langfristige Effekte hinsichtlich der Aufgabenwahrnehmung des ÖGD zu untersuchen.

Über das Programmende hinaus gehen die Arbeiten am Elektronischen Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter (EMIGA) weiter. Ein Team des Robert-Koch-Instituts arbeitet im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums daran, den ÖGD durch den Ausbau digitaler Lösungen im Bereich Infektionsschutz zu entlasten. EMIGA soll den ÖGD auch bei der Vorbereitung auf endemische und pandemische Ausnahmesituationen sowie auftretenden Aufgaben im Infektionsschutz und Meldewesen bestärken.

Mehr Informationen zu EMIGA

Das Förderprogramm was ein starker Anstoß zur Digitalisierung des ÖGD in Deutschland. Die erreichten Erfolge und Ergebnisse gilt es nun darüber hinaus in den Gesundheitsämtern und den Bundesländern zu verstetigen und weiterzuentwickeln.